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Springender Rehbock

Haus Stapel, Münster/Havixbeck, zur Sense 11, 2012

Rehbock im Gartenbereich

Polycarbonat gefüllt mit Einwegfeuerzeugen, LED-Leuchtmittel

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Dülmener Zeitung, 26.11.2012

Havixbeck

Text und Foto von Dieter Klein

Bereits zum elften Mal veranstalten die kunstschaffenden Untermieter des Hauses Stapel eine Ausstellung mit eigenen Werken und Beiträgen von Gästen. „Sense XI“ überrascht dabei mit einigem Neuen.

Luzia-Maria Derks hat einen ganzen Wald aus Weggeworfenem und Treibgut geschaffen. So kommt dem Müll der Gesellschaft dank der Kunst neues Leben und neuer Sinn zu.

Luzia-Maria Derks zeigte eine ungewöhnliche Sammlung von Wegwerf- und Treibgut, buntem Plastikmüll, wie Fahrrad-Reflektoren und Einwegfeuerzeugen, die sie zu einem springenden Reh in einem Wald voller Plastikbäume gestaltet hatte.

Westfälische Nachrichten, 28.11.2012

Auf dem Wasserschloss „Haus Stapel" mischen sich die Zeiten. Die Vergangenheit ragt dort mit beeindruckender Architektur in die Gegenwart. Diente das Schloss gerade noch als Filmkulisse für Dominik Grafs Kinofilm „Die geliebten Schwestern", kehrt jetzt die Gegenwartskunst in Form der alljährlichen Ausstellungsreihe „Sense" ein. Wie in jedem Jahr erhält die Ausstellungsreihe, bei der die dort lebenden und arbeitenden Künstler ihre Ateliers öffnen, ihr besonderes Profil durch die Einladung von Gästen. Diesmal wurden Luzia-Maria Derks und – zum zweiten Mal – Doris Kastner dazu gebeten. Viele Münsteraner werden sich an die spektakuläre Installation von Derks 2008 in der Fahrradstation am Hauptbahnhof Münster erinnern, als sie Fahrradreflektoren zu einem Riesenmobile formte. Bei „Sense" überrascht sie mit einer Installation im Innenhof des Schlosses. Ein „Springendes Reh" aus Polycarbonat besetzt das Rondell. Die durchsichtige Form ist mit Einwegfeuerzeugen gefüllt und entwickelt, bei Dunkelheit beleuchtet, einen magischen Reiz.

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Springender Rehbock

Stadtwerke Münster, 2013

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Stadtwerke Münster, 05.12.2013

„Springender Rehbock" im Garten der Stadtwerke Münster

Künstlerin Luzia-Maria Derks präsentiert Lichtobjekt

Die Künstlerin Luzia-Maria Derks stellt ihr Kunst-Objekt „Springender Rehbock" im Innenhof des Stadtwerke-Gebäudes am Hafenplatz aus. Bereits im November 2012 hat dieser in der „zur Sense" im Rondell vor Haus Stapel in Havixbeck Kunstinteressierte angelockte. Das Kunstwerk strahlt dank integrierter LED-Technik gerade in der Dunkelheit bis zum angrenzenden Albersloher Weg.

„Alljährliche Waldbrände, u. a. verursacht von unachtsamen Rauchern, inspirierten mich die seit Jahren von mir gesammelten Einwegfeuerzeuge zu nutzen" kommentiert Luzia-Maria Derks den Einsatz von rund 500 Einwegfeuerzeugen als Innenleben des Rehbocks. Die lebensgroße Form des springenden Rehbocks hat sie aus den farbigen und transparenten Fundstücken gestaltet. Rund 500 Einwegfeuerzeuge wurden in den eigens dafür geschaffenen Körper aus klarem Polycarbonat geschichtet, die durch hintereinandergeschaltete LED-Leuchtmittel in der Rehsilhouette erstrahlen. „Bei der Umsetzung meiner künstlerischen Idee half mir mit großen Engagement Egon Kruse aus Emsdetten, ein Fachmann in Sachen Kunststoffverarbeitung und Formenbau", freut sich Derks.

„Er fügt sich perfekt in die kleine Gartenidylle im Innenhof des Stadtwerke-Gebäudes ein. Ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen der Kunden und Mitarbeiter der Stadtwerke Münster", so Derks beim Aufbau ihrer Arbeit. „Warum ein Reh?", so die Frage an Frau Derks, „dem Reh, welches in der Mythologie indigener Völker als Krafttier Bedeutung zukommt, möchte ich einen Platz einräumen – Sinnbild der Liebe, für die es steht, vertreibt es die Dämonen der Angst durch Sanftmut und öffnet die Herzen".

Bis Ende März 2014 ist der Springende Rehbock im Garten der Stadtwerke zu sehen.

Luzia-Maria Derks ist den Münsteranern spätestens seit dem Arrangement ihrer „Katzenaugen" in der Radstation am Münsteraner Hauptbahnhof bekannt. Nach ihrem Studium an der Kunstakademie in Münster ist sie seit 1993 in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten.

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Westfälische Nachrichten, 16.01.2014

Er hat sein optimales Revier eigentlich schon gefunden – im begrünten Innenhof des Stadtwerke-Gebäudes am Hafenplatz. Dort springt er seit Anfang Dezember durch das winterlich-lichte Grün. Doch ihm droht Vertreibung. Denn die Stadtwerke haben dem Kunstwerk nur für die Dauer von drei Monaten Quartier gewährt. Anfang März muss die Skulptur weichen. Und Schöpferin Luzia-Maria Derks fragt sich bereits: „Wo bleibt der Rehbock?“

Von Petra Noppeney

Keine Frage: Die Künstlerin, die 1988 nach Münster kam, hätte es gern, wenn das Wildtier in dem Innenhof bleiben könnte. Dort hat es ein begrüntes Umfeld, ist es durch die Verglasung zum Albersloher Weg hin gut sichtbar – vor allem nachts, wenn der „Springende Rehbock “ beleuchtet ist. Und er ist geschützt vor Vandalismus. Auch das ist Derks wichtig. Doch Pressesprecherin Petra Willing kann der Künstlerin am Mittwoch keine Hoffnungen machen. Die Stadtwerke kaufen keine Kunstwerke an. Zu groß sei die Zahl der Offerten, so Willing.

2012 hat Luzia-Maria Derks den hübschen Rehbock für die Ausstellung „Sense“ auf Haus Stapel in Havixbeck angefertigt. Die Künstlerin, geboren in Goch am Niederrhein, ist bekannt dafür, mit Abfallprodukten zu arbeiten. Im Foyer des Theaters in Münster etwa hängt eine von vielen Besuchern geschätzte Arbeit von ihr – ein Fenster aus leeren Pillenblistern. Der Rehbock, der hier so munter über Stock und Stein hüpft, verdankt sein Innenleben einer Fülle von alten, grellbunten Einwegfeuerzeugen.

Derks ist Nichtraucherin. Die Feuerzeuge, so erzählt sie, sind eine Spende eines Atelierkünstlers aus dem Kunsthaus Kannen in Amelsbüren. Als Derks dort 2002 unter dem Titel „Kleid Fenster Haus“ Arbeiten ausstellte, „kam er auf mich zu und übergab mir eine ganze Einkaufstüte mit alten Feuerzeugen. Mit der Bitte, vielleicht mal was daraus zu machen“.

Geraume Zeit später nahm sie das Projekt in Angriff – mit Unterstützung von Egon Kruse aus Emsdetten. Inspiriert durch die Verkehrszeichen, die vor Wildwechsel warnen, und durch die Tatsache, dass weggeworfene Zigaretten in Deutschland die meisten Waldbrände verursachen, entwickelte sie den „springenden Rehbock“, den Kruse in eine transparente Hülle aus schlag- und kratzfestem Polycarbonat goss. Derks füllte diese mit den gespendeten Feuerzeugen und LED-Leuchtmitteln aus.

Nun, wie gesagt, sucht sie eine neue Heimat für die Skulptur. Entweder durch Verkauf oder als Leihgabe. „Vielleicht könnte der Rehbock als Hinweis für öffentliche Raucherbereiche dienen“, sagt Derks nicht ganz ernst gemeint. Womit sie aber einer Projektidee für die Zukunft vorgreift: Sie würde gern die Raucherbereiche auf Bahnsteigen wirkungsvoller präsentieren. Durch mit alten Feuerzeugen aufgefüllte schmale Bodenschächte, die jene hässlichen Klebebänder ersetzen könnten, die bislang die Areale abgrenzen. Wenn sie nur grünes Licht aus Berlin bekommt...

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Springender Rehbock

Landgericht, Münster, 2016

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Die Künstlerin Luzia-Maria Derks, geboren in Goch am Niederrhein, aber seit Jahr-zehnten in Münster wohnhaft, ist bekannt dafür, mit achtlos weggeworfenem Materi-al, also mit Abfallprodukten zu arbeiten. Im Foyer des Theaters in Münster etwa hängt eine von vielen Besuchern geschätzte Arbeit der Künstlerin: ein Kirchenfenster aus leeren Pillenblistern. Unser Rehbock verdankt sein Innenleben einer Ansamm-lung von ca. 500 gebrauchten verschiedenfarbigen Einwegfeuerzeugen. Die Installa-tion übernimmt die Form des stilisierten Rehbocks auf den „Wildwechsel“-Hinweisschildern im Straßenverkehr.

Besonderer Dank gilt den Handelsrichterinnen und Handelsrichter des Landgerichts Münster, die mit ihrer Spende den Erwerb des Kunstwerks überhaupt erst möglich gemacht haben.

Bis zum 10.2.2017 werden daneben sechs weitere Werke der Künstlerin zu sehen sein. Dabei handelt es sich um Kompositionen von Gustav Klimt, die die Künstlerin mittels lebensgroßer transparenter Aktfotografien spielerisch nachgestellt hat. Die Hintergründe und Bekleidungen der abgebildeten Personen bestehen aus Einwickel-papieren von Bonbons, Pralinen und Schokoladen sowie Joghurtdeckeln.

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GGWN, Do. 16.01.2014, Rehbock sucht neues Revier