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Schokomobil

VW Polo, 1988

mit Schokoladenstaniolpapier beklebt

GG

Emsdettener Volkszeitung, 2. August 2013

Kurioses Kunstobjekt, ein schokosüßes Auto aus Emsdetten

Luzia-Maria Derks ist Künstlerin. Und Sammlerin. Sie lebt in Münster, malt mit Licht, gestaltet mit Staniolpapier. Ein „Hamauto" ist ihr neuestes Projekt. Dabei hilft ihr Egon Kruse, ein Meister in Sachen Kunststoffverarbeitung und Formbau aus Emsdetten.

Seine Firma am Grevener Damm ist nicht selten das künstlerische Zuhause von Luzia-Maria Derks.

Hier half ihr der Fachmann dabei, einen illuminierten „springenden Rehbock" zu gestalten. Da verbergen sich hinter durchsichtigen Kunststoffelementen alte, farbige Einwegfeuerzeuge, die der Form des Rehs Farbe verleihen.

Die Skulptur stand bereits vor dem Haus Stapel in Havixbeck und war hier vor allem abends ein leuchtender Hingucker: „Das Reh sucht noch eine neue Heimat, es lagert momentan hier in Emsdetten. Vielleicht finden sich ja Interessenten."

„Die Form ist übrigens exakt dem Springbock des bekannten Verkehrsschildes nachempfunden. Und die Farben sind so angeordnet, wie sich ein Körper bei Infrarotaufnahmen darstellen würde", führte die Künstlerin im Gespräch mit der EV in dieser Woche aus, als sie zusammen mit Egon Kruse zu einem Ortstermin in das Emsdettener Formbau-Unternehmen eingeladen hatte. Denn hier nahm sich Luzia-Maria Derks über zwei Wochen lang Zeit für ihr neuestes Projekt „Pimp my car".

Sie hat ihren alten VW Polo mit Staniolpapier von Schokoladenprodukten beklebt. Egon Kruse suchte den passenden Industrie-Zwei-Komponenten-Kleber aus und einen Klarlack, der das ganze Kunstwerk haltbar verewigt.

Das Ergebnis ist vor allem bunt: Vorne auf der Motorhaube prangert ein ausgebreiteter goldener Lindt-Hase: „Der ist gedacht als eine Art Kühlerfigur", sagte die Künstlerin, die auch Freunde und Bekannte animiert hatte, das Staniolpapier für sie zur Seite zu legen. Damit es für den kompletten Polo reicht – von der Stoßstange bis zum Außenspiegel. Ein zweijähriges Kind, das dieses bunte, fröhliche, optisch leckere Auto erblickte, gab dem Kunstobjekt seinen Namen: „Hamauto".

Die Künstlerin lächelt: „Es ist ein Objekt der Freude, der Kommunikation, der Begeisterung!"

Zudem sei es ein Ausdruck für Achtsamkeit und Recycling, „statt Wegwerfgesellschaft und Konsumterror".

Schließlich würden so ansonsten achtlos verschwendete Verpackungen zu glitzernden, faszinierenden Umhüllungen. Die Künstlerin hat bereits beste Erfahrungen mit ihrem rollenden Kunstwerk machen dürfen: „Sie müssen mal damit fahren. Da lächelt sie jeder an, die Leute sind begeistert, sagen das oder zeigen das, indem sie einem euphorisch zuwinken."

Das möchte Luzia-Maria Derks jetzt auf vielen hundert Kilometern genießen, wenn sie mit ihrem Hamauto auf Reisen geht: „Geplant ist eine Tour an die Ostsee, vielleicht gesponsort von Uhu und VW, mal schauen, was sich da machen lässt", zeigt sich die Münsteraner Künstlerin kreativ und identifiziert sich gerne mit ihrem beklebten Polo: „So kann ein Auto ein Zeichen von Individualität und Freiheit sein."

Auch Egon Kruse aus Emsdetten erfreut sich an dem Farbtupfer in seiner Werkstatt und lobt das Ergebnis. Das soll jetzt noch im Innenraum umgestaltet werden: „Klar, der Beifahrersitz und die Rückbank kommen raus. Da bauen wir eine Schlafgelegenheit mit Stauraum ein."

So entsteht der erste Wohnmobil-Polo der Welt, der zudem kunstvoll einzigartig bleiben dürfte: „Mit dem gehe ich dann alleine auf Reisen – frei nach dem Motto my Auto is my castle."

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GGRuhrNachrichten, 2. August 2013

GGDie Glocke, 30. September 2013

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