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Ausstellung zum Irlandstipendium

Torhaus der Kunstakademie, Scheibenstraße, Münster, 1998

Irlandstipendium aus der Studienstiftung Hillmoth-Gocke 1997

Durch das Irlandstipendium bot sich mir langersehnt die Möglichkeit, frei und ungebunden zu reisen. Mein Interesse galt dem Aufenthalt in der Natur. Hieraus ergab sich eine intensive Beschäftigung mit mir selbst, ausgelöst durch die sinnlichen Eindrücke der „Grünen Insel".

  • Die vielzähligen Geräusche des Meeres
  • Vogelstimmen (v.a. der Gesang der Lerchen über den Feldern, intensiv das Rufen des Kuckucks)
  • Das Blöken der Schafe
  • Die niederprasselnden Regentropfen aus bleiernen Kumuluswolken
  • Der Wind, säuselnd in den Leitungen der Elektromasten oder tosend, mit aller Macht an allem rüttelnd, zerrend, was sich ihm in den Weg stellt.


Hierdurch angeregt machte ich unterschiedliche Tonaufnahmen und entwickelte meinen „Windkasten„: In einem Zinkblechkasten installierte ich ein Selbstporträt, auf dem ich windzerzaust vor der irischen Küste zu sehen bin. Gleichzeitig vernimmt man über eine Minidisc die Aufnahme des Windes, der sich in einem Metallgatter gefangen hatte und dadurch einen Flötenton hervorbrachte (Eolos Harfen).

Nachdem ich Einheimische beim Sammeln von Seegras (zu gälisch: Dilesk) beobachtet hatte, tat ich es ihnen gleich und pflückte den Tang bei Ebbe von den Klippen. Dann trocknete ich die Pflanzen bei Sonne und Wind. Die rot-violette Farbigkeit, die satinartige Stofflichkeit und der herbe Geruch vermitteln Sinnlichkeit. Auf einer runden Acrylglasscheibe von 2m Durchmesser zeigte ich das Seegras in lichter Transparenz.

Von mir malerisch bearbeitete Fotos geben tagebuchartig Durch-, Ein- und Ausblicke meiner Irlandreise. In einer Art Selbstbildnis werden sie Zeugnis für Erlebnisse, unterschiedliche Stationen meines Befindens, Orte und Plätze, Situationen und Mythen.

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